Digitale Kluft und digital Literacy

1 Definition Digitale Kluft und Digital Literacy

Das Aufkommen und die Etablierung digitaler Medien in beinahe allen Bereichen des Lebens, der Wirtschaft und Industrie hat neue gesellschaftliche Phänomene hervorgebracht. Eines dieser neuen Phänomene ist die digitale Kluft, auch digitale Spaltung oder digital Divide. Der Begriff beschreibt die Spaltung der Gesellschaft in Bezug auf den Zugang zu digitalen Medien, auch Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), einerseits und die Fähigkeiten diese zu nutzen andererseits. Die Nutzung bezieht sich dabei auf die Fähigkeit Informationen aufzufinden, diese zu interpretieren und zu verarbeiten (vgl. Trkulja 2010, S. 75).

Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei der digitalen Kluft um ein neues gesellschaftliches Phänomen handelt, ist die Begriffsauslegung bisher noch nicht vollständig abgeschlossen. Demnach besteht in der Forschungsliteratur noch kein einheitlicher Konsens bezüglich der Auslegung des Begriffs. In diesem Artikel werden wir dir drei unterschiedliche Auffassungen vorstellen, um dir die Begriffsauslegung näher zu bringen. Wie du das Phänomen für dich interpretierst, ist dir überlassen. Es eignet sich für die Definition alle drei Autoren hinzuzuziehen.

Trkulja (vgl. 2010, S. 75) nimmt eine grobe Einteilung vor. Trkulja versteht unter der digitalen Kluft die Spaltung der Gesellschaft in eine Gruppe mit und eine Gruppe ohne Zugang zu IKT. Norris (vgl. 2001, S. 4) integriert den Aspekt der Multidimensionalität in seine Begriffsauslegung und definiert den Begriff als ein Gefüge aus den drei Bestandteilen, globale Kluft (digitale Spaltung von Industrie- und Entwicklungsländern), soziale Kluft (nationale digitale Spaltung von informierten reichen und nicht-informierten armen Bürgern)und demokratische Kluft (digitale Spaltung hinsichtlich digitaler Kompetenzen und der Nutzung von IKT innerhalb der Online-Community). Cullen (vgl. 2001, S. 311) vertritt die Meinung, dass sowohl der Zugang als auch die Kompetenzen, IKT effektiv zu nutzen, Bestandteile der Definition beinhalten. Nach Cullen üben Variablen, wie die Generation, die Bildung und die subjektive Einstellung, einen moderierenden Einfluss auf die digitale Kluft aus.

Die zunehmende Bedeutung digitaler Kompetenzen im privaten und beruflichen Alltag hat den Begriff der digital Literacy hervorgebracht, die digitale Grundfähigkeit. Unter Literacy werden die Grundfähigkeiten, das Lesen und das Schreiben, verstanden. Diese werden durch die digital Literacy um die digitalen Grundfähigkeiten, also Informationen digital aufzufinden und nutzbar zu machen, erweitert (vgl. Trkulja 2010, S. 102 f.).

2 Digitale Kompetenzen

Bawden (vgl. 2008, S. 29 f.) definiert vier grundlegende Attribute der digitalen Kompetenz. Damit liefert Bawden einen Vorschlag zur Spezifikation der digital Literacy und einen ersten Orientierungsrahmen. Die vier Attribute der digitalen Kompetenz sind demnach Untermauerungen (Lesen, Schreiben, fundamentale Computerkenntnisse), Hintergrundwissen und Hintergrundinformationen (Kenntnisse über die Informationswelt, Arten und Formen von Informationen), Kernkompetenzen (digitale und analoge Strukturen verstehen, digitale Informationen erschaffen und verbreiten, Bewertung und Differenzierung von Informationen, Aufbau von Wissen und Kompetenzen, Informations- und Medienkompetenz) sowie Einstellungen und Werte (Autonomie beim Lernen und Arbeiten, soziale und moralische Kompetenzen).

Im digitalen Zeitalter üben digitale Kompetenzen einen signifikanten Einfluss auf den Verlauf einer Karriere oder die Höhe des Einkommens aus. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass sich Studenten, parallel zu ihrer akademischen Ausbildung, eigenständig digitale Kompetenzen aneignen. Das macht in den meisten Fällen viel mehr Spaß, als trockene Lehrinhalte aus der Vorlesung auswendig zu lernen.

3 Digitale Kompetenzen erlangen – so wirst du zu einem digitalen Gig

Digitale Kompetenzen zu erlangen ist einfach und jeder kann es eigenständig schaffen. Darüber hinaus sind digitale Kompetenzen in der Arbeitswelt sehr gefragt und du kannst dich sogar neben deinem laufenden Studium beruflich selbstständig machen. Folgende Tipps sollen dir dabei helfen.

1. Auf Udemy, YouTube und Skillshare Tutorials gucken

Alles, was du über die digitale Welt wissen willst, findest du auf Udemy, YouTube oder SkillShare.

2. Starte mit der Erstellung von Webseiten

Der beste Start in die digitale Welt ist die Erstellung einer Webseite. Schaue dir dazu einige Tutorials bei YouTube an. Beginne hierbei am besten mit WordPress und Elementor. So lernst du innerhalb weniger Stunden eine schöne Webseite zu erstellen. Du wirst dich wundern, wie schnell das geht. Die nächsten Schritte ergeben sich dann von selbst.

3. Schau dir Tutorials über die Adobe und Office Programme an

Wenn du Adobe oder Office gut beherrschst, stehen dir alle Wege für deine Karriere offen. Mit den Adobe Programmen lernst du Fotos, Videos, Animationen, Webseiten und Apps zu gestalten bzw. zu erstellen. Die Adobe Creative Cloud kostet für Studenten nur 20€ pro Monat, bietet dir aber den Zugang zu über 20 Adobe Programmen. Mit den Office Programmen lernst du darüber hinaus noch, wie du deinen digitalen Arbeitsplatz gestalten kannst. Die Office Programme erhältst du bereits für 10€ pro Monat bei microsoft.com. 

Wenn du diese drei Schritte befolgst, erlangst du garantiert nützliche digitale Kompetenzen, die du mit hoher Wahrscheinlichkeit für deine Karriere benötigen wirst. Grundsätzlich sollst du wissen, dass durch E-Learning alles einfacher geworden ist. Software ist in erster Linie auf Benutzerfreundlichkeit ausgelegt, weshalb das Erlernen der Nutzung der unterschiedlichen Anwendungen grundsätzlich mit sehr geringem Aufwand verbunden ist.

Literatur

Cullen, Rowena (2001): Addressing the Digital Divide. Online Information Review, 25, 311–320.

Norris, Pippa (2001): Digital Divide. Civic Engagement, Information Poverty, and the Internet Worldwide. Communication, Society and Politics. Cambridge University Press: Cambridge.

Trkulja, Violeta (2010): Die Digitale Kluft. Bosnien-Herzegowina auf dem Weg in die Informationsgesellschaft. Springer Verlag: Düsseldorf.