Einführung in die Philosophie Teil 3 – Philosophie in der Moderne

1 Philosophie in der Moderne

Die moderne Philosophie kennzeichnet eine starke Diversifizierung, die sowohl die Geistesrichtungen wie die Anwendung einschließt. Wie die Wissenschaft hat sich die Philosophie in zahlreiche disziplinäre Richtungen segmentiert und auf konkrete Themata spezialisiert. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass die Ontologie als universelles Mittel zum Erkennen der Wahrheit ihre prominente Position verloren hat. Ebenfalls geschwunden ist der Einfluss der Theologie, die außerhalb theologischer Diskussionen keinen signifikanten Einfluss auf den Diskurs mehr hat.

Gleichzeitig haben sich seit dem 20. Jahrhundert aufgrund der technischen Fortschritte Teile der Physik in die Richtung einer experimentell bestätigten Metaphysik verschoben. Dies gilt speziell für die Quantenforschung, die seit der Formulierung der Relativitätstheorie durch Albert Einstein (14. März 1879 – 18. Apr. 1955) das allgemeine Verständnis der Realität auf mikro- wie makrokosmischer Ebene erheblich beeinflusst hat. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich Wissenschaftstheoretiker bis heute mit ähnlichen Problemen wie Descartes beschäftigen müssen. Wenn, wie Erwin Rudolf Josef Alexander Schrödinger (12. Aug. 1887 – 4. Jan. 1961) mit seinem berühmten, unter dem Namen „Schrödingers Katze“ bekannt gewordenen Gedankenexperiment beweist, allein die Beobachtung die Realität verändert, an welchem Maßstab könnte dann die Wahrheit gemessen werden?

1.1 Rationalität als neue Denkweise

Die Industrialisierung bewirkte unter sozialen, politischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten erhebliche Umbrüche, die sich ebenfalls in der Philosophie wiederfinden. Seit der Frühzeit war das Leben der Menschen von überschaubaren Prinzipien aus Ursache und Wirkung definiert, die sich relativ leicht nachvollziehen ließen, und in der unerklärliche Phänomene auf das Eingreifen übernatürlicher Mächte oder Kräfte zurückgeführt wurden. Mit der Entstehung von Maschinen und der Demonstration ihrer Leistungsfähigkeit sowie dem wachsenden Wissen über die Zusammenhänge zwischen komplexen Systemen aller Art entstand ein neues Bewusstsein. Obwohl einige existenzielle Grundfragen der Philosophie wie die nach dem Sinn des Lebens bis heute nicht objektiv und universell beantwortet sind und sich dies mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals ändern wird, zeigte sich, dass viele Phänomene auf vorher verborgene Wirkmechanismen zurückzuführen sind. Die Mittel für diesen Fortschritt waren die Rationalität, die empirische wie die evidenzbasierte Forschung und die Gewinnung von Erkenntnissen aus dieser. Dieser Ansatz wurde in weiten Teilen der Philosophie ganz oder teilweise übernommen, während andere in der Vergangenheit wichtige Themen wie etwa der Gottesbeweis weitgehend obsolet wurden. Trotzdem muss betont werden, dass es sich bei der Philosophie nach wie vor um eine interpretative und keine konkrete Wissenschaft wie die Mathematik handelte und sich Lösungen in ihr nicht nach objektiven Kriterien in korrekt und falsch einteilen ließen.

1.2 Wittgenstein: das Tractatus

Die Familie von Ludwig Josef Johann Wittgenstein (26. Apr. 1889 – 29. Apr. 1951) gehörte, nachdem sein Vater als Großindustrieller in der Stahlverarbeitung zu Wohlstand gekommen war, zu den reichsten der Wiener Gesellschaft um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Ab 1906 studierte er Ingenieurswesen an der Technischen Hochschule Charlottenburg in Berlin, wo er sich intensiv mit der jungen Disziplin des Flugzeugbaus beschäftigte, gleichzeitig jedoch ein hohes Interesse an der Philosophie entwickelte. Obwohl er seine Studien in England fortsetzte und dort 1911 ein Patent für einen verbesserten Propeller erhielt, begann er im selben Jahr das Studium der Philosophie. Der Einfluss seiner Vergangenheit zeigt sich deutlich in seinem 1921 veröffentlichten Werk „Logisch-philosophische Abhandlung“, das nach seinem lateinischen Titel oft als „Tractatus“ bezeichnet wird. (1) Acht Jahre später reichte er es als Doktorarbeit an der Universität Cambridge ein.

Das Tractatus zeigt deutliche Parallelen zu der von Franz Reuleaux (30. Sep. 1829 – 20. Aug. 1905) veröffentlichten Schrift „Theoretische Kinematik“, mit dem der zu diesem Zeitpunkt in Berlin lehrende Autor 1875 versuchte, den noch relativ jungen Maschinenbau zu systematisieren und die Grundlage für eine exakte Wissenschaft zu legen. Auffallend an dem Tractatus ist unter anderem eine geordnete Nummerierung von Absätzen und Sätzen, die eine Beziehung und Hierarchie zwischen einzelnen Aussagen und Abschnitten deutlich machen soll. Inhaltlich entwickelt Wittgenstein in ihm eine Bedeutungs- und Sprachphilosophie, die den Versuch macht, den Prozess der Kommunikation allgemein und sich daraus ableitende Probleme bei der philosophischen Erkenntnis zu beschreiben, um eine maximale Exaktheit zu erreichen.

Um dieses Ziel zu erreichen, ordnet Wittgenstein seine Aussagen und definiert in aufeinanderfolgenden Schritten alle wesentlichen Parameter. Die Welt besteht für ihn aus Tatsachen, wobei die Tatsachen ihrerseits das Bestehen von Sachverhalten sind, die sich wiederum aus einer Verbindung von Dingen ergeben. Sie bilden also logische Bilder, die sich aus einer Struktur von Sachverhalten herleiten und in einem Gedanken zusammengefasst werden, der sich schließlich als einen sinnvollen Satz ausdrückt. Aus Wittgensteins Sicht ist es obsolet, über einige Themen zu sprechen, denn sie zeigen sich für sich und bedürfen keiner näheren Beschreibung. Zu diesen zählt er zum Beispiel das Schöne oder das Gute. Auf der anderen Seite sieht er natürliche Grenzen bei der menschlichen Rezeption, denn wenn jemand über Dinge nicht sprechen kann, so muss er darüber zwangsläufig schweigen.

Die Sprache dient darüber hinaus zu mehr als einer reinen Beschreibung der Wirklichkeit, denn sie stellt einerseits eine Technik, um Strukturen darzustellen, andererseits ermöglicht sie es, in einem sozialen Kontext zu interagieren. So kann sie beispielsweise für Handlungen wie Bitten, Befehle, Fragen oder Gebete gebraucht werden und besitzt somit keine rein proportionale, auf die reale Welt gerichtete Struktur, sondern ermöglicht eine Gesamtheit von Sprachhandlungen mit konstruierten Mitteln. Einzelne Begriffe sind für ihn dabei nicht wie für Platon mit einem universellen Ideal verbunden, sondern beziehen ihren Inhalt aus dem individuellen Konstrukt des Sprechers.

1.3 Quine: Empirie und Logik

Der in den USA geborene Willard Van Orman Quine (25. Juni 1908 – 25. Dez. 2000) studierte zunächst Mathematik und zeigte lediglich ein geringes Interesse an der Philosophie, ließ sich jedoch von dem zwischen 1910 und 1913 in drei Bänden erschienen Werk „Principia Mathematica“ des Briten Alfred North Whitehead (15. Feb. 1861 – 30. Dez. 1947) dazu inspirieren, 1932 über dieses mit einer eigenen Arbeit zu promovieren. (1) Als Mentor diente ihm dabei Whitehead persönlich, der seit 1924 an der Universität Harvard als Professor lehrte. Bei seinem anschließenden mehrmonatigen Aufenthalt in Europa traf Quine Vertreter des Logischen Empirismus wie zum Beispiel Friedrich Albert Moritz Schlick (14. Apr. 1882 – 22. Juni 1936), Paul Rudolf Carnap (18. Mai 1891 – 14. Sep. 1970) oder Kurt Friedrich Gödel (28. Apr. 1906 – 14. Jan. 1978), die sich mit Gleichgesinnten im Wiener Kreis zusammengeschlossen hatten und auf Wittgenstein beriefen.

Obwohl er die Strömung des Empirismus befürwortete, kritisierte Quine nach seiner Rückkehr in die USA den von dem Wiener Kreis vertretenen Ansatz als zu dogmatisch und warf ihm zwei überflüssige Festlegungen vor, die seiner Ansicht nach die Theorie zu stark einschränken würden. Quine geht von der Tatsache aus, dass Menschen zunächst unbeeinflusst geboren werden, in ihrem Leben aber mit Dingen kollidieren, die Spuren in Form von Vorstellungen und Ideen in ihrer Auffassung und Betrachtungsweise hinterlassen. Diese kombiniert der Mensch in seiner Entwicklung und entwickelt daraus seine Erkenntnisse. Die reine Theorie hat dadurch eine geringe Funktion, während die Erfahrung direkt auf die Wahrnehmung wirkt.

Der logische Empirismus, wie ihn Carnap und Schlick vertraten, will laut Quine psychologistisch eliminieren und rein logisch vorgehen. Dadurch machen sie sich die Dogmen zu eigen, da sie aus Beobachtungen Protokollsätze ableiten, aus denen sie anschließend theoretische Termen entwickeln. Dieses Vorgehen hält Quine für unzulässig, da er anmerkt, dass bereits die Beobachtung durch die Theorie geleitet sei – es wird also vor allem das erkannt, wonach entsprechend der Erfahrung gesucht wird. Das anschließende Prinzip der Reduktion führe deshalb zu scheinbar universellen Aussagen, die jedoch in Wahrheit von individuellen Präpositionen abhängen.

Um diesen Konflikt aufzulösen, spricht sich Quine für eine interdisziplinäre Betrachtung aus, die externe Quellen und Wissenschaftler berücksichtigt. Am Beispiel der Quantenmechanik würde dies bedeuten, dass es nicht die Aufgabe der Philosophie sei, überhaupt ontologische Setzungen zu machen. Diese Aufgabe käme den Physikern zu, die Philosophie muss deren Erkenntnisse auf ihre Schlüssigkeit und einen Gewinn an Erkenntnis prüfen, statt zu versuchen, die Resultate vorzugeben. Aufbauexperimente wie in Carnaps Habilitationsschrift (2) seien sinnlos und verwendeten ein intentionalistisches Vokabular, das für eine empirische Betrachtung eliminiert werden müsse.

1.4 Davidson: Semantik zur Erforschung der Welt

Nach seiner Geburt auf den Philippinen siedelte Donald Herbert Davidson (6. März 1917 – 30. Aug. 2003) im Alter von vier Jahren in die USA um, wo er einen großen Teil seiner Schulzeit in New York verbrachte. Er studierte zunächst an der Harvard University Englisch und vergleichende Literaturwissenschaften, bevor zu Philosophie und Altphilologie wechselte. Zu seinen Professoren gehörten unter anderem der Gründer der axiomatischen Modallogik Clarence Irving Lewis (12. Apr. 1883 – 3. Feb. 1964) sowie A. N. Whitehead und dessen Schüler W. V. O. Quine. Während des Zweiten Weltkriegs unterbrach er sein Studium für den Dienst in der U.S. Navy und schloss es 1949 als Doktor der Philosophie mit einer Dissertation über Platon ab. Im Laufe seiner Forschungen distanzierte er sich von dessen Gedanken einer idealen Form und sprach sich stattdessen dafür gegen intermediäre Größen in der Philosophie aus. Menschen benötigen nach Davidson keine derartigen Bedeutungen, da sie mit ihnen nicht in Verbindung stehen.

Verstehen erfolgt hingegen über Triangulitätsgeschehen, an dem der Sprecher, der Rezipient und ein bei beiden existentes und zwischen ihnen geteiltes Weltwissen beteiligt sind. Die Kommunikation kommt zustande, selbst wenn in dem direkten Sprechakt einige Begriffe fehlerhaft sind oder sich Lücken ergeben. Die philosophische Definition einer Wahrheit ist immanent, da diese derart prinzipiell und fundamental sei, dass jeder auch ohne ein solches theoretisches Konstrukt wisse, was die Wahrheit sei. Sie stellt ein Absolutum dar, dass sich auch ohne explizite Beschreibung erschließe lasse. Die Welt und ihre Wahrnehmung beziehen sich auf dieses Triangulitätsgeschehen, das Begriffe in Konstellationen setzt. Es ist somit möglich, Informationen auszutauschen, ohne das Prinzip als solches zu erläutern.

In zwei Beiträgen (1) beschreibt Davidson die Sprachanalyse als einen Weg, um Weltstrukturen und damit das Sein zu erfassen. Er ergänzt die beiden Dogmen Quines um ein drittes, das er nun seinerseits seinem ehemaligen Lehrer vorwirft. Dieser teile die Weltwirklichkeit und das Handeln in zwei getrennte Schemata, so dass hier eine Trennung und ein dichotomischer Vergleich bei einer Singularität entstünden. Aus diesem Grund seien sowohl die Korrespondenz- wie die Kohärenzheorie zu verwerfen, da Aussagen wahr sein könnten, obwohl sie semantisch nicht exakt ausgedrückt werden. Durch Sprache wird die Welt nicht geschaffen, sondern entdeckt, ohne dass verborgene Tatsachen darauf warten, abgebildet zu werden.

Davidson entwickelt aus seinen Ideen den anomalen Monismus, der auf drei scheinbar evidenten Thesen basiert. Die mentalen Ereignisse stehen demnach in kausaler Wechselwirkung zu physischen Ereignissen, wobei die Kausalität existenten Gesetzen unterliegt. Es gibt jedoch keine deterministischen Gesetze, nach denen Geistiges prognostiziert oder erklärt werden könnte. Daraus folgt, dass ausschließlich eine physische Realität existiert, in der dennoch mentale Phänomene auftreten, beide allerdings in einer anomalen Beziehung stehen, weil keine obligatorische Verbindung zwischen ihnen vorliegt. Den Zusammenhang bezeichnet Davidson dabei als Supervenienz (supervenience), bei der mentale Eigenschaften mit physischen kovariieren, jedoch nicht auf diese reduzierbar sind. Gegenstände haben über physikalischen Qualitäten mentale Prädikate, die ihnen abstrakte und nicht direkt ableitbare Merkmale – etwa das Gute oder Schöne – zuordnen.

2 Bedeutung der Philosophie

Wie bereits am Anfang festgestellt, stellt die Philosophie die älteste aller Wissenschaften dar. Sie sucht ihrem Wesen nach eine universelle Methodik zur Erforschung der Welt und zum Erlangen von Erkenntnissen. Dabei ist sie redundant und muss sich auf sich selbst anwenden lassen, um ihre Tauglichkeit zu verifizieren. Gleichzeitig lässt sie sich jedoch ebenfalls als Kontrollstruktur auf andere Disziplinen übertragen, um die Qualität von Erkenntnissen festzustellen beziehungsweise dabei zu helfen, zu diesen zu gelangen. Deshalb ist die Philosophie nicht als ein Selbstzweck, sondern als ein Werkzeug und ein Hilfsmittel zu betrachten, mit dessen Hilfe sich Erkenntnisse erreichen, objektivieren und relativieren lassen. Es geht ihr primär dabei nicht um eine feste Definition ihrer selbst, anstelle dessen beschreibt sie einen Prozess des Denkens und der Wahrnehmung.

2.1 Verfahren und Kontroversen im wissenschaftlichen Diskurs

Ausgehend von ihrer Bedeutung zeigt sich, dass die Philosophie auf praktisch jeden Lebensbereich und disziplinäre Wissenschaft angewandt werden kann. Sie liefert zwar keine Definitionen, dient jedoch dazu, diese entwerfen und eindeutig konkretisieren zu können. Stehen diese Definitionen einmal fest und sind sie im Sinne einer evidenten Erkenntnis folgerichtig, so leiten sich daraus konsequente Schlüsse ab, die das Denken mit der Realität in eine maximal mögliche Synthese bringen. Dabei dient sie nicht der Formulierung von Ergebnissen und beschreibt stattdessen den Weg, auf dem diese zu erlangen sind.

Setzt der wissenschaftliche Diskurs die philosophischen Mittel ein, so stellt er eine Kongruenz zwischen der Theorie und Praxis her und bringt beide miteinander in Deckung. Ihre Aufgabe ist somit zum einen die Methode, zum anderen die effiziente und verständliche Kommunikation zwischen den beteiligten Parteien. Dabei entstehen durchaus kontroverse Auslegungen in der Argumentation, die allerdings durch ein festes Rahmen- und Regelwerk bei der Vorgehensweise überprüft und verifiziert werden können.

2.2 Einfluss auf moralisch-ethische Legitimation

Einen wichtigen Einfluss hat die Philosophie – neben der Religion – auf die Legitimität von Handeln unter moralischen und ethischen Aspekten. Ein Problem dabei ist, dass hier die Basis von eindeutigen, unbezweifelbaren Axiomen ausgehen muss, die in der Realität nicht definiert werden können. Descartes baute seinen Rationalismus auf den Gedanken auf, er müsse existieren, weil er als Subjekt an sich selbst zweifeln könne. Ein solches Fundament fehlt bis heute in der Moralphilosophie, denn es gibt keine evidenzbasierte These, die sich universell nachweisen ließe.

Eine moralphilosophische Legitimation leitet sich immer aus einem historischen und sozialen Kontext ab, der keine übergreifende Konstante beinhaltet. Ein einfaches Beispiel für diese Tatsache ist die zu jeder Zeit umstrittene Todesstrafe. Das Töten eines Menschen gilt als schlecht, weil es dem eigenen Interesse an Existenz widerspricht. Darf jedoch ein Mensch, der schwere Verbrechen wie einen Mord begangen hat, aus eben diesem Grund mit derselben Strafe belegt werden?

All dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass die Philosophie keine Aussage in Bezug auf eine moralische und ethische Legitimation treffen kann. Sie muss im Gegenteil hier ebenfalls als ein Mittel zur Annäherung und zum Erkenntnisgewinn betrachtet werden, das dazu beiträgt, den Diskurs zu versachlichen. Sie kann zwar keine absoluten Antworten geben, trägt jedoch dazu bei, Probleme zu lösen, schwere Fehler zu vermeiden und willkürliche Festlegungen oder Definitionen auszuschließen.

2.3 Was ist Philosophie?

An dem Versuch, die Philosophie zu definieren, sind alle Philosophen gescheitert. Es ist ausschließlich möglich, näherungsweise zu beschreiben, was die Philosophie auszeichnet. Unter dieser Prämisse gestaltet sich Philosophie als ein langsames und argumentatives Denken über Sein, Erkenntnis und Sprache, das sich in der Regel spezieller Instrumente wie der Logik bedient. Sie umfasst eine Metaphysik, die die empirische Beobachtung nutzt, ohne diese als reinen Maßstab anzuwenden. Stattdessen bedeutet sie in einem weiten Sinne eine abstrahierende Denk-, Sprach- und Handlungsforschung sowie Ethik.